Originaltitel: Chaos und Stille
Deutschland (2024) | Drama | 83 min | FSK 12
Eine Frau kündigt ihren Job, räumt ihre Wohnung, erlässt ihren Mietern, einem jungen Paar, die Miete und beschließt fortan, auf dem Dach des Mehrfamilienhauses zu leben - und nicht mehr zu sprechen. Sie entzieht sich der Gesellschaft, den Konventionen, dem Lärm und der Hektik der Großstadt, ein Wunsch, der wohl vielen Menschen, insbesondere aktuell, nicht fremd ist.
Der Regisseur Anatol Schuster begibt sich in Chaos und Stille auf eine Sinnsuche - oder lotet vielmehr eine Gesellschaft in der Sinnkrise aus. Denn die einen sehen in der Frau so etwas wie ihre Heilsbringerin, die anderen eine Gefahr. Es ist aber auch ein Film über die Musik, die eine Befreiung aus dem Lärm und der Gesellschaft sein kann. (...) Schuster wählt oft vage, essayistische Bilder, die ihre Freiheit abbilden - und er zeigt eine Gesellschaft, die nach Orientierung, einer Ideologie sucht, egal wie absurd diese scheint. »Chaos und Stille« kann nicht in jedem Detail überzeugen und entwickelt doch einen Sog, eine Atmosphäre und stellt Fragen, die nachwirken. (epd-film.de) Eine Frau löst sich von weltlichem Ballast und zieht sich immer weiter in sich selbst zurück, was in der Stadt für Bewunderung, aber auch für Empörung sorgt. Ein finanziell angeschlagenes Musikerpaar, das im selben Haus wie sie lebt, ringt währenddessen mit Widersprüchen und Lebenslügen. Anhand verschiedener Figuren versucht der Film mit satirischen Einsprengseln eine Welt zu zeichnen, in der sich die Menschen von sich selbst entfremdet haben. Die fließende, momenthafte Erzählweise entfaltet zeitweilig zwar einen gewissen Reiz, doch als Gegenwartsdiagnose bleibt der Film vage, erratisch und banal. - Ab 14. (filmdienst).
DVD-Specials: Trailer
Regie: Schuster, Anatol
Darsteller: Timoteo, Sabine | von Lucke, Anton | Spanring, Maria | Wittenborn, Michael | Agger, Kerstin | Neukirch, Matthias | Straub, Melanie | Krist, Beate | Jacq, Philippe | Hinzpeter, Reinhard
Verleihnr.: 28651

